Mischmasch

Kurzgeschichten

Lisas Kurzgeschichte:


Wie der Vater so die Tochter?


„Carpe diem!“, ist ihr Motto. Da sitzt sie und denkt über ihr Leben nach, sie ist froh, dass sie keinen Stress hat, alles läuft gut. Klar, sie könnte jetzt schon einmal befördert worden sein, aber wozu, wenn das Geld reicht?

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“, so lautet seine Devise. Da steht er und denkt über sein Leben nach, die Hände in den Taschen seines teuren und seriösen Anzugs. Ungeduldig wartet er auf seinen Termin, ein wichtiger Kunde seiner eigenen Firma, schließlich hat er heute noch einige andere Dinge zu erledigen und er will abends ohne eine unbearbeitete Akte auf dem Schreibtisch zu Bett gehen.

Wenn sie so auf ihrem Sessel sitzt kann sie sich entspannen und nachdenken. Was sind das nur für Menschen, die nur an ihre Karriere denken? Glauben die, dass sie etwas Besseres sind? Sie kennt solche Menschen, ihr Vater ist einer davon, ihr hat er auch immer versucht klar zu machen, dass Fleiß und Ehrgeiz der einzige Schlüssel zum Erfolg sind. Aber wo war er als sie ihn brauchte, als sie allein mit ihrer Mutter in Urlaub fuhr, weil Vaters Firma einen wichtigen Auftrag bekommen hatte? Für ihre Kinder wünscht sie sich ein sorgloses Leben an dem sie und ihr Mann teilnehmen. Sie ist zufrieden mit ihrer Zukunftsvorstellung, da braucht es keine drei Reisen im Jahr.

Wenn diese Frau, mit der er gestern den Termin ausgemacht hat, nicht bald erscheint, dann geht er zurück in sein Büro anstatt draußen zu warten und beginnt schon mal mit der Planung des nächsten Auftrags. Er könnte natürlich auch warten und seine kurze Pause genießen, aber das passt so gar nicht zu ihm. Wieso sagt seine Frau eigentlich immer, dass er viel zu wenig an sich und die Familie denkt? Sie versteht einfach nicht, was er ihnen alles ermöglicht. Wer kann sich schon drei Reisen im Jahr leisten? Seine Frau und seine Tochter sollten stolz auf ihn sein, anstatt ständig zu nörgeln, dass er zu wenig Zeit hätte. Gut, er konnte ein-, zwei-, dreimal nicht mit in den Urlaub fahren als seine Tochter noch klein war, aber da ist ihm auch wirklich etwas sehr wichtiges dazwischen gekommen. Auf der anderen Seite hätte er seine Tochter anders erziehen können, wenn er häufiger zu Hause gewesen wäre. Wie oft hat er ihr versucht klar zu machen, dass Fleiß und Ehrgeiz der einzige Schlüssel zum Erfolg sind? Doch das scheint sie nicht zu interessieren, wahrscheinlich träumt sie gerade vor sich hin, anstatt sich ernsthafte Gedanken über ihre berufliche Zukunft zu machen.

Wenn ihr Vater sie jetzt sehen würde, dann würde er sich fragen, was er bei ihrer Erziehung falsch gemacht hat. Wieso fragt er sich nie, was ihre Mutter und sie meinen, wenn sie ihm sagen, dass er viel zu wenig an sich und an die Familie denkt? Er denkt, dass sie stolz auf ihn sein sollten. Damit kann sie einfach nicht umgehen, es ist wahrscheinlich besser, dass sie kaum noch mit ihm spricht. Er hat kein anderes Gesprächsthema als ihren Misserfolg, nie sieht er, was sie schafft, immer nur, dass es noch mehr sein könnte. Aber wieso soll sie sich eigentlich damit befassen, solange sie mit sich zufrieden ist? Andererseits, er ist nun mal ihr Vater und ihr Großvater war genauso, also ist es nicht nur seine Schuld, dass er so geworden ist. Er hat das alles ja auch für sie und ihre Mutter getan. Vielleicht ruft sie ihn bei Gelegenheit mal an.

Natürlich hat er schon häufig darüber nachgedacht, wie es wäre, weniger zu arbeiten, aber das passt einfach nicht zu ihm, so ist er nicht erzogen worden. Trotzdem solange seine Tochter mit ihrem Leben zufrieden ist, sollte er sich eigentlich raushalten, schließlich hat sie genauso Erfolge, wenn diese für ihn auch nur von geringer Bedeutung wären, aber es ist ihr Leben. Vielleicht ruft er sie bei Gelegenheit mal an.






Franzis Kurzgeschichte:


Freundschaft als unverschlossene Tür


Ihr Handy klingelt! Ganz genau hört sie, wie „La Tortura“ ertönt. Es kommt ihr vor, als wäre es nicht echt. Wie das Klingeln des Weckers im Traum, von dem man im ersten Moment denkt, dass es nicht real ist, in der Hoffnung, noch nicht erwachen zu müssen. Für den Bruchteil einer Sekunde denkt sie daran, es aus ihrer Tasche zu holen. Ein Reflex. Schnell lässt sie diesen Gedanken jedoch fallen. Viel zu groß ist die Gefahr, dass sie abheben möchte, wenn sein Name auf dem Display erscheint. Sie würde es nicht ertragen seine tiefe Stimme am anderen Ende der Leitung zu hören, würde sie auf den kleinen Knopf mit dem grünen Hörer drücken. Dabei versuchte sie doch mit solcher Kraft zu vergessen. Ihn zu vergessen…, die Sommerferien, ihre gemeinsame Zeit, die neuen Erfahrungen,… die Zeit die bevorgestanden hätte, hätte sie keinen Schlussstrich gezogen. Sie sieht ihn genau vor sich - groß, schlank, aber nicht mager, dichtes dunkles Haar, lange schmale Finger und kastanienbraune Augen - Ein Traum! Ihr Traum, in dem sie entschieden hat, den Wecker zu hören. Sie würde es sich lieber noch einmal überlegen, ob sie aufwachen möchte oder nicht. Denn aufwachen hieße, raus in das Leben, in dem Er keine Rolle mehr spielt.
“Ich habe mal gehört, dass es einem besser geht, wenn man über die Dinge redet, die einen bedrücken!“, die sanfte Stimme der Freundin bringt sie wieder zurück in die Realität. Auf eine Party, zu der sie gar nicht gehen wollte, und an einen so schönen Augustabend, an dem sie das Haus gar nicht verlassen wollte. Sie hätte sich wie jeden Tag in ihrem Bett verkrümelt und krampfhaft versuch einzuschlafen, um vor ihren Gedanken zu fliehen.
„Dinge die mich bedrücken? Was meinst du?“ Ihr war ganz klar, dass sich diese Fragen total lächerlich anhörten. Lange genug kennen sie sich, um zu wissen, wann es der anderen schlecht geht! Eigentlich wundert es sie, dass sie noch nicht früher zu ihr gekommen ist um mit ihr zu reden. Doch warum jetzt? Warum gerade dann, wenn sie nicht die Kraft hat ihren Fragen Stand zu halten ohne in Tränen auszubrechen?
„Du kannst mir nichts vormachen! Ich weiß, dass irgendwas ist!“ Sie senkt die Hand, in der sie einen leeren Becher hält. Ganz plötzlich verspürt sie einen fruchtbaren Durst. Als sie sagen will, dass sie sich noch etwas zu trinken holt, bringt sie kein Wort raus. Ihr Mund ist trocken wie noch nie, die Zunge wie tot, ihr Hals enger als ein Strohhalm. Sie will sich umdrehen und gehen, doch ihr Körper ist wie angewachsen. Es ist als schaue ihre Freundin geradewegs in sie hinein, doch trotzdem blicken sie ihre Augen ungwiss an und in ihrem Gesicht kann man die unbeantwortete Frage lesen: “Was ist los?“ Dieser fragende Blick ist es, der sie von dem weglaufen hindert. Als kein Zweifel mehr darin besteht, dass ihr gleich Tränen über die Wangen rollen, nimmt die Freundin sie in den Arm. Der dicke Kloß in ihrem Hals ist nun zu einem großen Brocken angeschwollen, sodass sie denkt, sie bekäme keine Luft mehr. Ihre Tränen kann sie nun nicht mehr zurückhalten…Tränen der Verzweiflung. Als würde sich durch die Umarmung einen Tür öffnen, ein Ventil, um ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Für einen kurzen Moment hat sie das Gefühl, ihr würde der Köpf platzen. Mit so vielen Emotionen auf einmal hat sie nicht gerechnet. So lange hat sie alles in sich hineingefressen und sich noch nicht mal ihrer Freundin anvertraut. Dennoch fühlt sie sich nicht bereit es jemandem zu erzählen. Noch nicht!
Für die Freundin steht fest, dass nicht ihr Geheimnis im Mittelpunkt steht, sondern ihre Freundschaft! Das Gefühlt jemanden zu haben, dem man vertrauen kann…und bei dem man sich geborgen fühlt! Als sie den schnellen Herzschlag der Freundin spürte muss sie an eine Spruch denken, den ihr diese einmal aufgeschrieben hatte: Die Liebe fragt die Freundschaft: "Wozu bist du eigentlich da?“ Da antwortet die Freundschaft: "Um die Tränen zu trocknen, die du verursachst!“ Obwohl sie keinen Schimmer davon hat, was vorgefallen ist, weiß sie, dass es ihre Aufgabe ist, die scheinbar verletzte Freundin zu unterstützen und ihr Halt zu geben!
Noch eine Zeit stehen die beiden so da, bis die Tränen getrocknet sind und sie ohne Hilfe wieder auf eigenen Beinen stehen kann. Wenn man genau hinsieht, ist ein lächeln in beiden Gesichtern zu entdecken. „Danke!“, ist das erste Wort, das gesagt wird, „ Danke, dass es dich gibt!“

1 Kommentar soulys am 14.11.06 19:05, kommentieren

Ausschnitte aus Kinderaufsätzen *niedlich*


Die Erde dreht sich 365 Tage lang jedes Jahr. Alle vier Jahre braucht sie dazu einen Tag länger, und das ausgerechnet immer im Februar. Warum weiß ich auch nicht. Vielleicht, weil es im Februar immer so kalt ist und es deswegen ein bisschen schwerer geht.


Der Mond ist kleiner als die Erde. Das liegt aber auch daran, dass er so weit weg ist.


Der Hauptmann zog seinen Säbel und schoss den Angreifer nieder.


Als die Männer zurückkamen, waren sie steifgefroren. Sie standen um das prasselnde Feuer und wärmten ihre Glieder.


Siegfried hatte an seinem Körper eine wunderbare Stelle, die er aber nur der Kriemhild zeigte.


Dann folgte das Zeitalter der Aufklärung. Da lernten die Leute endlich, dass man sich nicht durch die Biene oder den Storch fortpflanzt, sondern wie man die Kinder selber macht.


Die Christen wollten, dass sich alle Menschen lieben, und sie taten das auch bei jeder Gelegenheit. Da hatten aber die Römer was dagegen.


Meine Schwester ist sehr krank. Sie nimmt jeden Tag eine Pille. Aber sie tut das heimlich, damit sich meine Eltern keine Sorgen machen,


Auf dem Standesamt geht es sehr feierlich zu. Während ein älterer
Mann im Hintergrund leise orgelte, vollzog der Standesbeamte an meiner Schwester die Ehe.


Wenn der Schutzmann die Arme gespreizt hat, will er damit verkünden, dass er gerade keinen fahren lässt.


Eines der nützlichsten Tiere, die wir besitzen, ist das Schwein. Von ihm kann man alles verwenden, das Fleisch von vorn bis hinten, die Haut für Leder, die Borsten für Bürsten und den Namen als Schimpfwort.


Es waren fast alle Rassen vertreten. Zur Begutachtung mussten die Besitzer mit ihren Hunden vor die Jury treten, die meisten von ihnen wedelten dabei freudig mit dem Schwanz.


Alle Fische legen Eier. Die russischen sogar Kaviar.


Der Tierpark ist toll. Da kann man Tiere sehen, die gibt es gar nicht.


Viele Hunde gehen gern ins Wasser. Manche leben sogar immer dort, sind die Seehunde.


Butter wird aus Kühen gemacht sonst heißt es Margarine.


Die Periode der Königin Elisabeth dauerte 30 Jahre

Im Dreißigjährigen Krieg nannte man die besten und stärksten Soldaten Muskeltiere.

Das Problem mit den alten Leuten wird nicht weniger, obwohl so viele sterben. Aber es wachsen ja auch immer neue nach.

Es gefällt mir gar nicht, wenn in einem alten Film nur tot Schauspieler mitspielen.

Eine Halbinsel ist eine Insel, die noch nicht fertig ist.

Der Ätna ist ein sehr tätiger Vulkan. Erst letztes Jahr hatte er eine Erektion.

Der Sant-Lorenz-Strom liegt in Amerika. Er ist so lang und breit, dass er in Europa gar keinen Platz hätte.

Orgel und Klavier unterscheiden sich vor allem dadurch, dass an der Orgel die größeren Pfeifen sitzen.

Eine katholische Schwester kann nicht austreten(andere Bedeutung: scheißen), da sie zeitlebens im Kloster leben muss.

Neben Prunksdulen hatten die Ritter auch heizbare Frauenzimmer.

Caesar machte das Segel voll und jeder stand bei seinem Haufen.

Graf Zeppelin war der erste, der nach verschiedenen Richtungen schiffte.


1 Kommentar soulys am 29.9.06 18:46, kommentieren

Ich liebe dich auf 50 Sprachen

Albanisch: Une te dua
Arabisch: Behibak
Baskisch: Nere Maitea
Bulgarisch: Obicham te
Burmesisch: Nin ko nga chit ta
Chinesisch: Ngo oi ney (Kantonesisch) Wo ai ni (Mandarin)
Dänisch: Jeg elsker dig
Deutsch: Ich liebe Dich
Elsässisch: Ich hoan dich geer
Englisch: I love you
Eskimoisch: Nagligivget
Esperanto: Mi amas vin
Finnisch: Mina rakastan sinua
Französisch: Je t'aime
Griechisch: S' ayapo
Hawaiianisch: Aloha au ia oe
Hebräisch: Ani ohev otach (M zu F) Ani ohevet (F zu M)
Holländisch: Ik houd van jou
Indianisch (Sioux): Techihila
Indisch (Hindi): My tumse pyaar kartha hun
Irisch: Taim ingra leat
Isländisch: Eg elska thig
Italienisch: Ti amo
Japanisch: Ai shite imasu
Katalonisch: T'estimo
Koreanisch: Tangsinul sarang hayo
Kroatisch: Volim te
Kurdisch: Ez te ra hes dikim
Lateinisch: Amo te
Luxemburgisch: Ech hun dech gär
Norwegisch: Eg elsker deg
Persisch (Farsi): Du stet daram
Philipinisch: Mahal kita
Polnisch: Kocham Cie
Portugisisch: eu amo-te
Rumänisch: Te iu besc
Russisch: Ya lyublyu tebya
Schwedisch: Jag älskar dig
Schwitzerdütsch: I lieb di
Serbisch: Volim te
Slovakisch: Lubim ta
Spanisch: Te quiero
Suaheli (Afrika): Nakupenda
Thailändisch: Khao Raak Thoe
Tschechisch: Miluji te
Tunesisch: Ha eh bak
Türkisch: Ben seni seviyorum
Ungarisch: Szeretlek
Urdu (Pakistan): Mujge tumae mahabbat hai
Vietnamesisch: Toi yeu em
Walisisch: Rwy'n dy garu di
Zazaki (Türkei) Ez tora hes kena
Zulu (Afrika): Ngiyakuthanda
Blindenschrift:

Gebärdensprache: Mittel- und Ringfinger einknicken und mit der Handfläche nach außen zum Gesprächspartner zeigen. Daumen zur Seite raus und der Zeigefinger und der kleine Finger nach oben.

3 Kommentare soulys am 26.8.06 18:05, kommentieren

Jugendkussgesetz

1. Kuss auf die Hand: Verehrung

2. Kuss auf die Wange: Freundschaft

3. Kuss auf die Stirn: Sehnsucht

4. Kuss auf die Schulter: Begierde

5. Kuss auf den Mund: Liebe

6. Bläst ein Mädchen einem Jungen das Feuerzeug aus heißt
dass das Mädchen geküsst werden will

7. Schlägt ein Mädchen einen Jungen so ist er berechtigt sie zu küssen

8. Husten oder räuspern: Ich liebe dich

9. beim küssen ist jeder Abstand zu vermeiden

10. Stolpern: Nimm mich in den Arm

11. Auf die Lippen beißen: Eifersucht

12. Die Hand halten: ich will mit dir alleine sein

13. Zunge rausstrecken: Küss mich

14. Auf den Fuß treten: Liebeserklärung

15. Krault ein Mädchen einem Jungen das Haar heißt das 'ich
kann nicht ohne dich leben'

16. Wer in der Jugend nicht küsst bereut es später

17. Sich gegenseitig in die Augen schauen: Liebe

18. Schenkt ein Mädchen einem Jungen das
Jugendschutzgesetz so will es ihn zum Freund haben

19. Umgekehrt ist es genauso

20. Schenkt man einem Gleichgeschlechtlichen das
Jugendkussgesetzt so sind daraus keine Schlüsse zu ziehen

21. Bläst ein Mädchen einem Jungen das Streichholz aus so
will es mit ihm schlafen

22. Kuss mit geschlossenen Augen: Lieb mich so wie ich dich liebe

23. Dauerbrenner höchstens 5 Minuten

24. In die Augen schauen: Innige Liebe

25. Mit den Augen blinzeln: Liebst du mich?

26. Zeigefinger in den Mund stecken: Wärm mich

27. Mit dem Füller spielen: Ich hab von dir geträumt

28. Mit dem Finger schnipsen: heute siehst du gut aus

29. Kneifen: ich will dich etwas fragen

30. Auf den Zehen stehen: I love U

31. Nimmt ein Mädchen einem Jungen was weg so ist es 45
Minuten ihr Eigentum

32. Wenn du verliebt bist sei nicht schüchtern

33. Missbrauche nie die Liebe

34. Bitte nie um einen Kuss

1 Kommentar soulys am 26.8.06 18:04, kommentieren

Verletzt?!?!?!?!

1 Kommentar soulys am 26.8.06 13:27, kommentieren

Wunderbare Sehnsucht

Seit Stunden schon wälzt sich Jean-Jacques, der Leichtmatrose, auf dem schmalen Lager seiner Viermannskajüte von einer Seite seines Körpers auf die andere. Der Viermaster, auf dem er angeheuert hat, liegt vorm Kattegatt mit Kurs auf Kap Horn, doch die Position des Matrosenherzens ist in dieser sternklaren Novembernacht schon viel weiter südlich im wärmeren Gefilden. Wie stets, wenn er nicht gerade an wichtige Matrosensachen denken muss, segeln seine Gedanken zu Yvette, seiner Braut, die eine Haut hat wie Mich und Augen so blau wie Lapislazuli, eine zarte Seele und einen hammermäßigen Hintern, also, so einen sieht man nicht alle Tage. Noch nicht einmal Jean-Jacques, der rechtmäßigen Anspruch auf diesen Anblick hat. Denn seit sieben Monaten schon ist er auf See. Ohne ein Wort von ihr. Voller guter Hoffnung zwar, jedoch ohne Gewissheit. Jean-Jacques ist schlaflos. Jean-Jacques ist ausgezehrt. Denn Jean-Jacques verzehrt sich.
Auch Yvette geht es prächtig. Auch sie befindet sich in dem beneidenswerten Zustand des verzweifelten Sehnens. Schon ganz schlaff ist Jean-Jacques tausendmal gelesener Brief, den das Postschiff vor sieben Monaten brachte. Weicher geworden vom wieder und wieder streicheln ist Jean-Jacques ehemals markantes Scherenschnittprofil. Gedankenverloren schnitzt Yvette beim Gemüse putzen seinen Namen in die Rüben und sie zählt dabei die Tage bis zu seiner Rückkehr. Und diese – das verleiht Yvettes Sehnen diese ganz besonders intensive Süße – ist natürlich ungewiss!
Ungewiss ist natürlich auch immer die Ankunft des ICE 5432 Walther von der Vogelweide von Würzburg über Göttingen, Fulda, Kasel-Wilhelmshöhe und Hannover nach Hamburg, zur Weiterfahrt nach Kiel, Abfahrt 17:38 Uhr, Ankunft 20:32 Uhr. In dem sitzt – rund 200 Jahre nach der schweren Zerreißprobe für eine junge Seefahrerehe – ein Nachfahre von Jean-Jacques und Yvette und folgt, wie jeden Freitag um diese Zeit, dem Ruf seines Herzens. Er fährt zu einer jungen Frau, mit der er sich überraschend innig in Liebe verbunden fühlt. Darüber hinaus bietet die Liaison zu dieser jungen Frau mit diesem jungen im ICE jedoch keinerlei Überraschungen. Jeder ist, Mobiltelefon, E-Mail und SMS sei es gedankt, zu jedem Augenblick seines Daseins über alles im Leben des anderen informiert. Dazu gehören prickelnde Details wie diese:
Auf der Höhe Kassel nahm er ein überdurchschnittlich gut mit Cervelatwurst belegtes Mehrkornbrötchen zu sich. Bei Göttingen befand er sich in seinem Buch auf Seite 173 im unteren Drittel, kurz nach Hannover – er ist ein schneller Leser – auf Seite 242. Sie durfte erfahren, dass es der alten Dame auf Platz 84 unmöglich ist; entgegen der Fahrtrichtung zu sitzen. Aufregender wurde es dann bis Hamburg-Harbung nicht mehr, was er ihr mit vier weitern Kurzmitteilungen versicherte. Kein schlechter Schnitt für 3,5 Stunden. Aber später geht es weiter. Auf die Frage: „Wo bist du gerade?“ findet sie immer wieder neue Antworten. Welch erotischer Zauber geht von einem Lagebericht wie diesem aus: „Du, ich steh gerade in der Stützstrumpfabteilung von Karstadt und, du glaubst es nicht, die haben meine Größe nicht da!“

1 Kommentar soulys am 16.8.06 16:38, kommentieren

Eine Geschichte zum Nachdenken

Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler in der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste ist, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können und das sollten sie neben die Namen schreiben. Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war und bevor sie den Klassenraum verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin.
Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre Mitschüler über den einzelnen aufgeschrieben hatten.
Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste. Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. "Wirklich?", hörte man flüstern .. "Ich wusste gar nicht, dass ich irgendjemandem was bedeute!" und "Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen", waren die Kommentare.
Niemand erwähnte danach die Listen wieder. Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen.
Einige Jahre später war einer der Schüler in Vietnam gefallen und die Lehrerin ging zum Begräbnis dieses Schülers. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt oder gekannt hatte, ging am Sarg vorbei und erwies ihm die letzte Ehre. Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort
stand, sagte einer der Soldaten, die den Sarg trugen, zu ihr: "Waren Sie Marks Mathe Lehrerin?" Sie nickte: "Ja". Dann sagte er: "Mark hat sehr oft von Ihnen gesprochen." Nach dem Begräbnis waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden versammelt. Marks Eltern waren auch da und
sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der Lehrerin zu sprechen. "Wir wollen Ihnen etwas zeigen", sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche. "Das wurde gefunden, als Mark gefallen ist. Wir dachten, Sie würden es erkennen." Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich zusammengeklebt, viele Male
gefaltet und auseinandergefaltet worden war. Die Lehrerin wusste ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten. "Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben" ,sagte
Marks Mutter. "Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt."
Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin. Charlie lächelte ein bisschen und sagte: "Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der obersten Lade in meinem Schreibtisch". Chucks Frau sagte: "Chuck bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben." "Ich habe meine auch noch", sagte Marilyn. "Sie ist in meinem Tagebuch." Dann
griff Vicki, eine andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. "Ich trage sie immer bei mir", sagte Vicki und meinte dann: "Ich glaube, wir haben alle die Listen aufbewahrt."
Die Lehrerin war so gerührt, dass sie sich setzen musste und weinte. Sie weinte um Mark und für alle seine Freunde, die ihn nie mehr sehen würden.


Im Zusammenleben mit unseren Mitmenschen vergessen wir oft, dass jedes Leben eines Tages endet und dass wir nicht wissen, wann dieser Tag sein wird. Deshalb sollte man den Menschen, die man liebt und um die man sich sorgt, sagen, dass sie etwas Besonderes und Wichtiges sind. Sag es
ihnen, bevor es zu spät ist.

Denk daran, Du erntest, was Du säst. Was man in das Leben der anderen einbringt, kommt auch ins eigene Leben zurück. Dieser Tag soll ein gesegneter Tag sein und genau so etwas Besonderes wie Du es bist.

2 Kommentare soulys am 14.8.06 21:00, kommentieren